Auslandsaufenthalt

Julia Rotenhagen

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24 Jahre

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Auszubildende Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen

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Auslandssemester China

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Theoriesemester:

Zeitraum Auslandssemester: 3,5 Monate

Praxissemester:

Zeitraum Auslandssemester: 2 Monate

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Warum wolltest Du ein Auslandssemester machen?

Nachdem ich während eines Aufenthalts im Gühring Werk in Birmingham, England, meine ersten beruflichen Auslandserfahrungen gesammelt hatte, stand für mich fest, dass diese nicht meine letzten sein sollten.

Neben der Verbesserung meiner sprachlichen Fähigkeiten hoffte ich auf eine neue Herausforderung, indem ich mich auf ein Leben in einer fremden Kultur am anderen Ende der Welt einlassen wollte.

Von einem mehrmonatigen Aufenthalt wünschte ich mir auch, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.

 

Wo hast Du gelebt?

Während der Theoriephase lebten drei deutsche Kommilitonen und ich in einer WG im 25. Stockwerk eines Mehrfamilienhauses im Zentrum von Shanghai.

In der darauffolgenden Praxisphase in Changzhou wohnte ich in einem schönen Appartement, fünf Gehminuten vom Werk entfernt.

 

Mit welchen Verkehrsmitteln bist Du von A nach B gekommen?

In der Theoriephase nutzte ich häufig „Ofos“ (Leihfahrräder) und für kurze Strecken Taxen, da diese in China sehr günstig sind.

Auf dem Weg von unserem Appartement zur Universität benötigten wir knapp zwei Stunden und machten jeden Tag über 10.000 Schritte, fuhren U-Bahn und Bus.

Am Wochenende und in der Freizeit verbrachte ich jede freie Minute damit, möglichst viel von der chinesischen Welt zu entdecken. Daher unternahmen wir kleine Reisen und nutzten dafür häufig das Flugzeug, den Schnell- oder Nachtzug.

 

Konntest Du Dich mit Deinen Fremdsprachenkenntnissen gut verständigen?

Die Kommunikation war in der Theoriephase zu Anfang eine große Herausforderung. Meine chinesischen und englischen Sprachkenntnisse waren wenig hilfreich. Nach kurzer Zeit fanden wir allerdings Kommunikationsmöglichkeiten, um beispielsweise Essen zu bestellen oder nach dem Weg zu fragen.

Während der Praxisphase halfen mir zusätzlich meine Arbeitskollegen, wenn ich die chinesische Sprache nicht verstand und ich Schwierigkeiten mit den chinesischen Zeichen hatte.

 

Was hast Du in Deiner Freizeit gemacht?

Während der Theoriephase bin ich viel durch China gereist. Ich war in Peking, auf der Chinesischen Mauer, in Xi’an, um mir die Terrakotta-Armee und diese typisch altchinesische Stadt anzusehen, sowie auf den Yellow Mountains in Huang Shan. Wir haben eine Fahrradtour durch das chinesische Hinterland in Guilin und Yangshuo durchgeführt und dort eine Bootsfahrt mit einem Bambusboot über den Li-Fluss gemacht. Außerdem haben wir Tagesausflüge durch Shanghai und die Region um Shanghai herum unternommen und jeden Tag unzählige Eindrücke gesammelt.

Während der Praxisphase in Changzhou habe ich nach Feierabend und am Wochenende sehr viel Zeit mit meinen Arbeitskollegen verbracht. Sie haben mir die chinesische Küche und regionale Spezialitäten gezeigt. Ein Highlight meiner Reise war die Feier des Chinesischen Neujahrs mit meinem Betreuer und seiner Familie. Wir fuhren in Hugo‘s vier Stunden entfernte Heimat. Dabei lernte ich seine Familie und zum ersten Mal das Leben in einer vergleichsweise kleinen chinesischen Stadt kennen.

 

Wie ist das Arbeitsleben in England im Vergleich zum Arbeitsleben in Deutschland?

Beides ist nicht miteinander vergleichbar. Ich arbeitete täglich 7 Stunden. Dabei begann der chinesische Arbeitsalltag normalerweise erst um halb 9. Die Kommunikation in der Abteilung war eine Mischung aus Chinesisch, Englisch und Deutsch. Trotz kleiner sprachlicher Hindernisse, die dadurch entstanden, war jeder Kollege hilfsbereit und bemüht, mich in die chinesische Arbeitswelt aufzunehmen und mich in das Team zu integrieren. Dadurch fühlte ich mich ab dem ersten Tag sehr wohl und bekam einen guten Rückhalt in der anfangs fremden Welt.

 

Würdest Du noch mal ein Auslandssemester absolvieren? Würdest Du es weiter empfehlen?

Jederzeit würde ich wieder eine solche Chance nutzen und mich auf ein weiteres Auslandssemester einlassen. Durch die Unterstützung des Unternehmens, der Partnerschaft der Hochschulen und der Ansprechpartner vor Ort hatte ich immer einen Rückhalt und ein Gefühl der Sicherheit trotz der weiten Entfernung von Zuhause und der anfangs unbekannten Welt.

Durch den Aufenthalt lernte ich, mit neuen Kulturen umzugehen. Durch viele kleine Herausforderungen und anspruchsvolle Aufgaben habe ich mich sowohl beruflich, als auch persönlich weiterentwickelt.

Aus diesem Grund kann ich jedem, der eine solche Chance bekommt, empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.